Ein Thermostat an einer Heizung wird runter gedreht.
© HMLU
Heizung

Altbau energieeffizient heizen

Auch in Altbauten lässt sich die Heiztechnik sinnvoll auf erneuerbare Energien umstellen. Ein guter energetischer Zustand des Hauses ist dabei von Vorteil. 

Je weniger Energie Ihre Heizanlage aufwenden muss, um Haus und Wasser warm zu halten, desto einfacher und kostengünstiger kann das System gestaltet werden. Ein Haus mit sehr gutem Wärmeschutz bietet die besten Voraussetzungen für eine kostengünstige, einfache und effiziente Heizung. Wichtig ist also die Dämmung von Wänden, Dächern, Decken und Fenstern.

Nur regenerative Heizungen sind dabei zukunftssicher und tragen zur nachhaltigen Energiewende bei. Sie bieten nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch langfristige Kosteneinsparungen und eine erhöhte Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Die Optionen

Wärmepumpe, Hybridheizung, Solarthermie, Pelletheizung oder Fernwärme – Heizsysteme im Überblick.

Eine Wärmepumpe vor einem Haus, das gerade saniert wird.
© AdobeStock/Hermann

Die Wärmepumpe ist eine moderne und effiziente Heizlösung, die auch in Altbauten zahlreiche Vorteile bietet. Durch die Nutzung von Umgebungswärme aus Luft, Wasser oder Boden und die Umwandlung in nutzbare Heizenergie reduziert sie nicht nur die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, sondern senkt auch die Heizkosten erheblich.

Eine Hybridheizung in einem Heizungskeller
© AdobeStock/Martin Winzer

Hybridheizung: Hier werden zwei Heizsysteme – zum Beispiel Gasheizung und Wärmepumpe – kombiniert. Dieses System kann eine gute Übergangslösung sein, wenn die alte Öl- oder Gasheizung nur noch als Spitzenlastkessel gebraucht wird. Alternativ sollte aber immer der völlige Ausstieg aus fossilen Energieträgern geprüft werden.

Eine Pelletheizung in einem Keller.
© AdobeStock/AlexGo

Die Nutzung von Pelletheizungen in Altgebäuden ist vor dem Hintergrund der begrenzten Verfügbarkeit biogenen Materials nur in Einzelfällen eine sinnvolle und umweltfreundliche Heizlösung. Bei Verwendung von Holzabfällen zur Pelletherstellung verbrennen diese im Vergleich zu fossilen Brennstoffen zwar kohlendioxidneutral. Wichtig dabei ist jedoch, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, um sicherzustellen, dass die Produktion und Nutzung der Pellets tatsächlich zu einer neutralen Kohlendioxid-Bilanz führt.

Detailaufnahme von zwei Sonnenkollektoren einer Solarthermieanlage mit Wald im Hintergrund.
© Adobe Stock / digital designer

Bei Solarthermie wird Wasser in einem Kreislauf von der Sonne erwärmt und dient dann als Warmwasser im Haushalt und/oder zur Unterstützung einer Heizanlage.

Rohrleitungen die für ein Wärmenetz im Boden verlegt werden
© AdobeStock, Stépahne Leitenberger

Kaum Raumbedarf, keine aufwendige Technik: Vieles spricht für einen Anschluss an ein Fernwärmenetz. Ob und wann der Anschluss eine Option ist, hängt vielerorts von der kommunalen Wärmeplanung ab.

Wärmepumpe

Besonders in Altbauten erweist sich die Wärmepumpe als eine sinnvolle Alternative. Ihre hohe Energieeffizienz und die Möglichkeit, erneuerbare Energien zu nutzen, tragen zum Umweltschutz bei und mindern die CO2-Emissionen. Zusätzlich steigert sie die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes, was zu niedrigeren Heizkosten führt und den Immobilienwert erhöht. Wärmepumpen lassen sich problemlos in bestehende Gebäudestrukturen integrieren und arbeiten besonders effektiv in Kombination mit guter Dämmung und modernen Fenstern.

Die Wahl des Heizflächensystems, sei es Fußbodenheizung, Heizkörper oder ein anderes, beeinflusst die Auswahl und Einstellung der Wärmepumpe, um eine maximale Effizienz zu gewährleisten. Der Platzbedarf für die Installation der Wärmepumpe im Innen- oder Außenbereich im Altbau kann ein Problem darstellen. 

Darüber hinaus müssen bauliche Gegebenheiten wie die Beschaffenheit der Wände und Böden beachtet werden. Möglicherweise sind Anpassungen erforderlich, um die Wärmepumpe sicher und effizient zu installieren. Für das Außengerät muss oftmals ein Fundament erstellt werden, um die Standsicherheit zu gewährleisten.

In Altbauten stellt eine Wärmepumpe eine nachhaltige, effiziente und zukunftssichere Heizlösung dar. Sie verbessert den Wohnkomfort, senkt die Betriebskosten und trägt wesentlich zum Umweltschutz bei. Darüber hinaus stehen vielfältige Fördermöglichkeiten zur Verfügung, welche die Investitionskosten reduzieren und den Einbau einer Wärmepumpe wirtschaftlich attraktiv machen.

Leitfaden „Wärmepumpe im Bestand“

Unter welchen Bedingungen sich eine Wärmepumpe auch in bereits bestehenden Wohngebäuden lohnt, hat das renommierte Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums untersucht und im Leitfaden „Wärmepumpe für bestehende Wohngebäude“  zusammengefasst.

Broschüre

Hybridheizung

Hybridheizungen kombinieren verschiedene Energiequellen wie fossile Brennstoffe und erneuerbare Energien, um flexibel und effizient zu heizen. Sie passen sich den Bedingungen an und nutzen automatisch die kostengünstigste und umweltfreundlichste Energiequelle.

Jedoch erfordert ihre Integration eine komplexe Planung und Installation, was zu höheren Anschaffungs- und Wartungskosten führen kann. Zudem tragen Hybridheizungen, die auch auf fossile Brennstoffe zurückgreifen, weiterhin zur Umweltbelastung bei. Sowohl für die Installation der erneuerbaren Energiesysteme als auch für den konventionellen Heizkessel muss ausreichend Platz vorhanden sein.

Pelletheizung

Pelletöfen sind Holzöfen. Statt dicker Holzscheite werden kleine gepresste Pellets aus Holzresten verbrannt. Bei der Verwendung von Pelletöfen in Altgebäuden sind einige Aspekte zu beachten.

  1. Die baulichen Gegebenheiten müssen geprüft werden, um sicherzustellen, dass das Gebäude für die Installation eines Pelletofens geeignet ist.
  2. Die Lagerung der Pellets erfordert Platz und eine geeignete Umgebung, was in Altgebäuden mit begrenztem Raum eine Herausforderung darstellen kann.
  3. Zusätzlich erfordern Pelletheizungen regelmäßige Wartung und Reinigung, um eine optimale Leistung sicherzustellen.

Die Kosten für die Installation von Pelletöfen hängen von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Anzahl der zu beheizenden Räume, die Größe und Leistung des Ofens, der Installationsaufwand, die vorhandene Infrastruktur wie Schornsteine, die Qualität und Marke des Ofens sowie die Arbeitskosten.

Im Vergleich zur Wärmepumpe haben Pelletheizungen oft niedrigere Anschaffungskosten, da die Technologie weniger komplex ist und die Pellets häufig kostengünstiger sind als Strom, der für Wärmepumpen benötigt wird. Allerdings können die Betriebskosten für Pellets im Laufe der Zeit steigen, abhängig von den Preisschwankungen der Pelletpreise.

Die Nutzung von Pelletheizungen in Altgebäuden ist vor dem Hintergrund der begrenzten Verfügbarkeit biogenen Materials nur in Einzelfällen eine sinnvolle und umweltfreundliche Heizlösung.

Solarthermie

Bei der Solarthermie werden Sonnenkollektoren genutzt, um Sonnenenergie in Wärme umzuwandeln, die zur Erwärmung von Wasser und zur Unterstützung der Heizung verwendet werden kann. Dadurch kann der Energieverbrauch erheblich gesenkt und der CO₂-Ausstoß reduziert werden.

Die Integration in Altbauten erfordert jedoch sorgfältige Planung. Es muss geprüft werden, ob das Dach die Kollektoren tragen kann und ob das bestehende Heizsystem kompatibel ist. Zudem sollten die Kollektoren möglichst nach Süden ausgerichtet und das Gebäude gut wärmegedämmt sein, um die Effizienz zu maximieren.

Solarthermie kann ein bestehendes Heizsystem nur unterstützen, jedoch nicht die vollständige Wärmeversorgung eines Gebäudes sicherstellen.

Mit der richtigen Umsetzung ist Solarthermie eine lohnende Investition, die ökologische und wirtschaftliche Vorteile vereint.

DIY - Energiesparmassnahme - Heizung richtig einstellen - Teaser 2
Tipp: Heizung richtig einstellen

Schon vor einer energetischen Sanierung können Sie Ihre Heizkosten durch die Einstellung der Heizkennlinie optimieren. Dazu brauchen Sie kein Handwerkzeug, keine Handwerker, nur ein wenig Geduld und diese Anleitung. 

Anleitung

Wärmenetz

Ein Wärmenetz (Nah- oder Fernwärme) bietet die Möglichkeit, viele Gebäude mit Wärme zu versorgen, die aus zentralen Heizquellen stammt. Ob der Anschluss an ein solches Netz möglich ist, ist Gegenstand der kommunalen Wärmeplanung. Der Bau eines Wärmenetzes ist wirtschaftlich, wenn die
Wärmeabnahmemenge hoch ist und möglichst viele Gebäude angeschlossen werden können.

Seit dem 1. Januar 2024 ist die Erstellung kommunaler Wärmepläne für alle Kommunen in Deutschland verpflichtend. Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen ihre Wärmepläne bis zum 30. Juni 2026 vorlegen, Städte mit weniger als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis zum 30. Juni 2028. Somit werden Sie bald erfahren, ob auch Ihr Haus angeschlossen werden kann.

Ein Anschluss ist besonders in eng bebauten Altstadtbereichen eine Möglichkeit der zentralen Versorgung. Eine energetische Sanierung der Gebäude ist keine Voraussetzung für einen Anschluss, eine Reduzierung des Energiebedarfes senkt aber die Energiekosten. Auch kleinere Maßnahmen an Fenstern, Türen, Dach und Keller sparen Energie ein.

Kann Ihr Gebäude nicht an ein kommunales Wärmenetz angeschlossen werden, können Sie prüfen, ob es weitere Gemeinschaftslösungen gibt oder geben könnte (z. B. im Rahmen einer energetischen Quartierssanierung). Ansprechpartner sind Ihre Kommune oder der Energieversorger. 

Ein Wärmenetz wird in der Altstadt verlegt.
© Diana Wetzestein

Fördermittel

Vergessen Sie bei der Planung nicht die staatliche Förderung: Haben Sie eine Energieberaterin oder einen Energieberater engagiert, hilft er Ihnen bei der Suche, Beantragung und Abwicklung von Fördermitteln. Auch unsere Fördermittelberatung hilft Ihnen.

Aus unserer Mediathek

Energiesparinformation 4: Nachhaltige Gebäudetechnik – Für Komfort liebende Sparfüchse

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Erscheinungsdatum

22.04.2022

Themenfeld

BürgerinBürger, Energiesparen, Wärme

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