Ein neues Fenster wird eingebaut.
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Türen und Fenster

Türen und Fenster

Die Sanierung von Fenstern und Türen in alten Gebäuden erfordert einen sorgfältigen Ansatz, um den historischen Charme zu bewahren und gleichzeitig moderne Anforderungen an Energieeffizienz und Sicherheit zu erfüllen.

Wer nicht gleich in den Austausch investieren will, kann zunächst mit kleinen Maßnahmen selbst Hand anlegen: 

An einem Fenster werden die Dichtungen ausgetauscht.
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Neue Dichtungen

Der Einbau moderner Dichtungen um den Fensterrahmen verhindert Zugluft und erhöht die Energieeffizienz. 

Zwei Männer bringen eine Fensterfolie an.
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Fensterfolie

Für rund 2,50 Euro pro Quadratmeter können Fenster mit einer Folie zusätzlich abgedichtet werden. Diese Energiesparmaßnahme lässt sich in Eigenregie durchführen (Anleitung). Dabei wird die Folie innen auf das Fenster geklebt. Auch außen ist eine Schicht möglich. Immobilienbesitzende sollten allerdings diese Maßnahme erst an einem Fenster ausprobieren, um zu sehen, ob die Lösung auch optisch überzeugt. 

Ein Fenster mit Dreifachverglasung.
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Isolierglas

Der Austausch des alten Einfachglases gegen modernes Isolierglas verbessert die Wärmeisolierung erheblich. Standard ist eine moderne Dreifach-Verglasung. 

Eine zusätzliche Fensterscheibe in einer Altbauwohnung.
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Zusatzscheibe

Alternativ können auch zusätzliche innere Fensterscheiben montiert werden, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen.

Sagt alles: der U-Wert

Bei der Modernisierung von Fenstern ist der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von großer Bedeutung. Er benennt die spezifische Wärmeleitfähigkeit eines Bauteils und misst, wie viel Wärmeenergie in einer bestimmten Zeit ein Quadratmeter dieses Bauteils durchlässt. Je kleiner dieser U-Wert ist, desto besser ist die Dämmwirkung. 

Beim Einbau oder der Erneuerung von Fenstern schreibt der Gesetzgeber einen U-Wert von 1,3 W/(m²K) vor. Dies entspricht einer Zweifach-Verglasung. Eine noch höhere Energieeinsparung lässt sich mit einer Dreifach-Scheiben-Wärmeschutzverglasung erreichen. Unabhängig vom verwendeten Rahmenmaterial kann ein Gesamtfenster mit einer Dreifach-Scheiben-Wärmeschutzverglasung einen Wärmedurchgangskoeffizienten von weniger als 0,8 W/(m²K) erreichen. Dies gewährleistet optimalen Wärmeschutz und hohen Wohnkomfort.

Neben den Fenstern gilt es, den richtigen Rahmen zu wählen: 

  • Kunststoffrahmen sind kostengünstig und erfordern wenig Wartung.
  • Holzrahmen verbessern das Wohnklima und sind formbeständig. 
  • Aluminiumrahmen haben eine hohe Witterungsbeständigkeit und geringe Wartungsanforderungen. 

Die Kombination verschiedener Rahmenmaterialien kann die jeweiligen Vorteile optimal nutzen.

Beim Fensteraustausch sollten Sie auch die Rollladen- bzw. Raffstorekästen berücksichtigen. Ungedämmte Rollladenkästen können erhebliche Wärmeverluste verursachen. Daher ist es ratsam, beim Austausch der Fenster auch den Rollladenkasten zu erneuern oder bei guter Substanz zu dämmen, das ist oft auch in Eigenarbeit möglich (Anleitung). 

Türen

Erste kleine Maßnahmen, um die Energieeffizienz von Haustüren zu verbessern, sind Zugluftstopper. Handelt es sich um eine alte, erhaltungswürdige Holztür, stehen folgende Optionen zur Verfügung: 

  • Neue Dichtungen: Diese Maßnahme macht Sinn, wenn die Tür aufgrund schadhafter oder nicht vorhandener Dichtungen Zugluft durchlässt. Schadhafte Dichtungen lassen sich oft ersetzen. Verfügt die Tür über keine Dichtungen, ist der Aufwand oft höher, weil hierzu vom Fachbetrieb Nuten gefräst werden müssen.
      
  • Absenkdichtungen: Sie schließen den Spalt zwischen Tür und Boden. Diese Dichtprofile heben und senken sich automatisch – daher der Name. Einzelne Modelle können unter, andere an der Tür befestigt werden. 

  • Haustür neu einstellen: Es zieht, die Tür klemmt – das sind zwei Indizien dafür, dass die Haustür neu eingestellt werden sollte.

  • Haustür aufdoppeln: Zumeist wird die Tür-Rückseite mit einer Holzabdeckung versehen. Wenn möglich, können Zwischenräume mit Dämmmaterial gefüllt werden. Diese Maßnahme erhält nach außen hin das Erscheinungsbild und geht meist einher mit einer umfangreichen Türsanierung inklusive neuer Dichtungen und neuer Einstellung. 

Beim Kauf einer neuen Außentür lässt sich, wie bei Fenstern, der Wärmeschutz durch die Wahl des Materials sowie dessen Dicke beeinflussen. Holz- und Kunststofftüren besitzen als Standardausführung einen U-Wert von ca. 1,6 W/(m²K), wobei 1,8 W/(m²K) das gesetzliche Mindestmaß darstellen. 

Anschließende Bauteile beachten

Wenn ein Fenstertausch in Altbauten vorgenommen wird, müssen die anschließenden Bereiche wie Wände, Decken und Fußböden sowie die Belüftung der Räume beachtet werden. Haben die neuen Fenster bessere Dämmwerte als die anschließenden Bauteile, kann es am Übergang vom warmen zum kälteren Bauteil auf den kühleren Wandoberflächen zu Kondensat- und schlimmstenfalls zu Schimmelbildung kommen.

Fördermittel

Vergessen Sie bei der Planung nicht die staatliche Förderung: Haben Sie eine Energieberaterin oder einen Energieberater engagiert, hilft er Ihnen bei der Suche, Beantragung und Abwicklung von Fördermitteln. Auch unsere Fördermittelberatung hilft Ihnen.

Aus unserer Mediathek

Energiesparinformation 1: „Die Gebäudehülle – Darauf kommt es an! Modernisieren im Gebäudebestand“

Energiesparinformation 1: „Die Gebäudehülle – Darauf kommt es an! Modernisieren im Gebäudebestand“

Erscheinungsdatum

03.05.2021

Themenfeld

BürgerinBürger, Energiesparen, Hausbauen, Modernisierung Sanierung, Wärme

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