Der Stand der Dinge

Wie sieht es aus in Deutschland? Und wie weit ist die Serielle Sanierung in Hessen?

Wer macht was beim Seriellen Sanieren? Wie ist der Stand der Dinge?

Ausgangslage

Die energetische Sanierung wird bisher in Deutschland technisch und vom Baumanagement aus betrachtet als ein in verschiedene Gewerke aufgeteilter Bauprozess verstanden. Als relativ neuer Weg der Organisation des Bauprozesses gilt die serielle Sanierung nach dem in den Niederlanden entwickelten „Energiesprong“-Prinzip.
Danach werden Wohnhäuser, die ähnliche Gebäudetypologien aufweisen, industriell mit hohen Energieeffizienzstandard saniert. Der Einsatz von Erneuerbarer Energien soll dafür sorgen, dass die Investitionen sich amortisieren und möglichst warmmietenneutral umgesetzt werden können.

Nach dem niederländischen Vorbild „Energiesprong“, bei dem schon rund 5000 Wohneinheiten zu „NetZero“ Standard saniert wurden, ist die dena vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) damit beauftragt, die Methodik in Deutschland einzuführen.

Die Aktivitäten der dena erwirkten im November 2019 einen „Volume Deal“: 22 deutsche Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft haben 11.635 Wohneinheiten auf ihrem Bestand identifiziert und für die seriellen Sanierung zur Verfügung gestellt. Vier Bauunternehmen aus Deutschland haben sich zur Umsetzung bereit erklärt.
In Hessen sind 5 Wohnungsbauunternehmen bereit für Pilotprojekte und haben dafür den sogenannten Letter of Intent (LOI) der dena unterzeichnet. Mit etwa 2.000 Wohneinheiten stellt Hessen damit einen Anteil von etwa einem Fünftel an dem Volume Deal der dena. Die ersten Pilotprojekte starten derzeit in die Umsetzung.

Umsetzungsakteure

Die Initiative zur Seriellen Sanierung startet im Wohnungssektor. Akteure sind Wohnungsbauunternehmen mit Mietwohnungsbestand. In Hessen haben im November 2019 folgende 5 Wohnungsbauunternehmen mit einem Letter of Intent (LOI) ihr Interesse bei der dena bekundet:
  • Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt
  • Baugenossenschaft Langen
  • KWB Rheingau Taunus
  • Wohnbau Gießen
  • GEWOBAU Darmstadt Dieburg
Zur Umsetzung des Energiesprong Prinzips der seriellen Sanierung wurden und werden Bauunternehmen gesucht, die beispielsweise als Generalübernehmer (Total Solution Provider) alle Gewerke einer Sanierung, die Wartung und eine Garantie über 20- 30 Jahre anbieten oder als Auftragnehmer aus dem Bereich der Bauteileindustrie sowie des Dienstleistungs- und Planungsbereichs tätig sind. Dazu zählen Zulieferer von Bau- und Anlagentechnik, Dienstleister bei der Wartung von Gebäuden und Anlagentechnik, Architektur- und Planungsbüros.

Ziele für Hessen

Zur Erhöhung der Sanierungsquote werden vom Hessischen Wirtschaftsministerium verschiedene Maßnahmen ergriffen. Dazu zählt auch die Einführung der neuen Methodik der seriellen Sanierung. Dabei bietet sich der von Wohnungsbaugesellschaften verwaltete Mietwohnungsbestand aufgrund der dort häufig anzutreffenden ähnlichen Gebäudetypologien als Handlungsfeld besonders an. Erreicht werden soll
  • die Steigerung der Sanierungsquote durch die Realisierung von Maßnahmen der seriellen Sanierung im Bereich des Gebäudebestandes, zunächst ausgehend vom (Miet-)Wohnungsbestand
  • das Anstoßen einer innovativen, hocheffizienten und schnellen Sanierungsmethode, die durch industrialisierte Prozesse auch eine Antwort darauf gibt, wie angesichts des Fachkräftemangels im Handwerk das steigende Bauvolumen bewältigt werden soll
Leistungen der LEA

Im Auftrag des Wirtschafts- und Energieministeriums bietet die LEA
  • Information und Vernetzung für Umsetzungsakteure im Wohnungs- und Bausektor
    Wir beantworten gerne Ihre individuellen Fragestellungen und bieten Vor-Ort-Impulsberatung bei konkreten Vorhaben an. Neben der Informationsbereitstellung wird auch ein hessischer Arbeitskreis zur Vernetzung der der Umsetzungsakteure rund um das Thema serielle Sanierung aufgebaut.
  • Unterstützung bei der Umsetzung von Serieller Sanierung (Pilot- und Folgeprojekte)
    Die LEA bietet fachliche Beratung während der Anbahnung und Umsetzung der Projekte an. Dabei wird durch Einbindung eines Expertenpools sichergestellt, dass die spezifischen Herausforderungen aus Sicht der Wohnungsunternehmen bzw. aus Sicht der Bauwirtschaft adressiert werden.
Die Aktivitäten der der LEA erfolgen in Kooperation und enger Abstimmung mit der Dena. Die gemeinsame Aktivitätenplanung zielt darauf ab, das Engagement der dena in Hessen zu verstärken.

Rückenwind vom Bund

Anfang 2020 wurden die KfW Mittel für die energetische Sanierung aufgestockt, die Förderung von Pilotprojekten zur seriellen Sanierung ist bundesweit über das Förderprodukt 151 möglich. Darüber hinaus Gemäß den Festlegungen im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung entwickelt das BMWi derzeit auch ein Förderprogramm speziell für die serielle Sanierung.
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